Versicherungsberatung

 

Versicherungsberater(in) ist immer noch ein fast unbekannter Beruf. Daher finden Sie hier die Antworten auf die meist gestellten Fragen:

 

Versicherungsberatung. Was ist das?

Versicherungsberatung umfasst die gesamte außergerichtliche Rechtsberatung auf dem Gebiet der Versicherungen. Dazu gehören z. B. Risikoanalyse, Preis-Leistungs-Vergleiche, Bedingungsprüfung, Hilfe im Schadenfall. Aber auch umfangreiche Dienstleistungen für Betriebe wie Risk-Management, Betreuung der Versicherungen im Betrieb, teilweise oder vollständige Übernahme der Versicherungsabteilung (Outsourcing).

Kann ich bei Ihnen auch Versicherungen abschließen?

Nein. Im Gegensatz zu Versicherungsvermittlern und Maklern beraten Versicherungsberater ohne vertragliche Verbindungen zur Versicherungswirtschaft gegen Honorar; sie vermittelten keine Versicherungen und dürfen von Versicherungsunternehmen keine Provisionen entgegennehmen.

Nur so haben die Mandanten die Gewähr, dass Versicherungsunternehmen keinen Einfluss auf die Empfehlungen und Gutachten des Versicherungsberaters nehmen können.

Viele werben mit "neutraler" und "unabhängiger" Beratung. Wie kann ich sicher sein, dass nicht doch Provisionen fließen?

Seit Mai 2007 können Sie nachprüfen, ob jemand tatsächlich unabhängiger Versicherungsberater ist. Versicherungsvermittler, Makler und Versicherungsberater werden bei einer gemeinsamen Registerstelle mit ihrer korrekten Bezeichnung aufgeführt. DIe Kontaktdaten zu der Registerstelle finden Sie auf der Seite Erstinfo/Impressum.

Lassen Sie sich nicht von der Bezeichnung Vermittlerregister irreführen. Die Versicherungsberater haben es wohl deshalb nicht in den Registernamen geschafft, weil es in Deutschland zwar viele Tausend Vermittler gibt, aber nur etwa 170 Versicherungsberater.

Was kostet Versicherungsberatung?

Versicherungsberater rechnen entsprechend der Rechtsanwalts-Vergütungsverordnung (RVG) ab. Das Honorar richtet sich nach dem gewünschten Leistungsumfang und wird vor Beginn der Tätigkeit mit dem Mandanten vereinbart und (normalerweise) schriftlich festgehalten. Üblich ist ein Stundenhonorar. Es kann aber auch auf Wunsch des Mandanten eine Pauschale festgelegt werden.

Wenn ich nun nach Ihrer Beratung zu dem Schluss komme, dass mir eine wichtige Versicherung fehlt, muss ich mich dann wieder an einen Vertreter wenden?

Sie können, müssen aber nicht. Ich kann in Ihrem Auftrag Angebote einholen und Ihnen nach einem gründlichen Preis-Leistungs-Vergleich einen oder mehrere Versicherer empfehlen. Auch bei den Vertragsverhandlungen können Sie sich vertreten lassen.

Wie kann ich prüfen, ob ein Versicherungsberater qualifiziert ist?

Für Versicherungsberater, die vor dem 22.05.2007 die Zulassung erhalten haben, wird Ihnen diese Mühe abgenommen. Bis dahin durfte ein Versicherungsberater seine Tätigkeit erst aufnehmen, wenn er vom Präsidenten des zuständigen Amts- oder Landgericht eine Zulassung nach dem Rechtsberatungsgesetz erhalten hatte. Dazu musste er eine Rechtskundeprüfung ablegen und die persönliche Eignung und das Vorliegen einer Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung wurden überprüft.

Was hat sich seit dem 22.05.2007 geändert?

Seit 22.05.2007 ist die IHK für die Zulassung der Versicherungsberater zuständig. Auch sie prüft persönliche Eignung, Sachkunde und das Vorliegen einer Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung. Allerdings müssen angehende Versicherungsberater jetzt keine Rechtskundeprüfung vor einem Gericht mehr abgelegen, sondern es genügt die gleiche Sachkundeprüfung, die auch Vertreter und Makler vor der IHK ablegen müssen.

Was ist an der Sachkundeprüfung der IHK anders?

Die Sachkundeprüfung der IHK ist keine Rechtskundeprüfung, sondern orientiert sich an der Versicherungsfachmannprüfung. Die Ausbildung zum Versicherungsfachmann ist nicht mit einer zwei- oder dreijährigen Ausbildung vergleichbar, sondern umfasst nur etwa 230 Unterrichtseinheiten (Schulstunden), die hauptsächlich auf den Verkauf von Versicherungen ausgerichtet sind.

Es ist schon mehr als fraglich, ob diese Minimalqualifikation für einen verantwortungsbewussten Vertreter bzw. Makler reicht; als einzige Ausbildung für einen rechtsberatenden Beruf, wie den des Versicherungsberaters, ist das mit Sicherheit zu wenig.

Bei neu zugelassenen Versicherungsberatern muss der Verbraucher selbst prüfen, welche Qualifikation der Versicherungsberater hat. Damit überlässt es der Gesetzgeber dem Verbraucher, sich vor inkompetentem Rechtsrat zu schützen.

Welche Ausbildung haben Sie?

Ich bin Rechtsassessorin, d.h. ich besitze beide juristische Staatsexamen (Volljuristin). Zudem habe ich langjährige Erfahrung in der Versicherungsbranche; davon vier Jahre als Spezialistin für gewerbliche Schadenversicherungen und 10 Jahre als selbständige Versicherungsberaterin. Seit 01.05.2000 habe ich die Zulassung nach dem Rechtsberatungsgesetz vom Präsidenten des Landgerichts Heilbronn und seit 22.05.2007 die Zulassung der IHK Heilbronn.